Riesenräder – Gute Aussichten

Die einen genießen die entspannten Runden und die Aussicht, die anderen bekommen schon bei dem Gedanken ans Einsteigen Schweißausbrüche: Riesenräder. Nicht nur auf Kirmessen sind die Giganten vertreten, es gibt sie in Freizeitparks und auch in Städten. Die einen sind kleiner, die anderen gigantisch.

Wie sie entstanden sind, ist nicht ganz klar. Der älteste Beleg der Idee eines Riesenrades stammt allerdings aus Bulgarien. Hier amüsierten sich bereits 1620 Kinder auf einer Konstruktion, die den heutigen Riesenrädern ähnelt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das erste moderne Riesenrad für die Weltausstellung in Chicago gebaut. Allerdings wurde die Idee von George Washington Gale Ferris anfangs als unrealistisch abgelehnt, doch sie eignete sich hervorragend, die Ingenieurskunst, den wirtschaftlichen Erfolg und die Macht der USA darzustellen. Die Jury ließ sich überzeugen, und so entstand das Ferris Wheel. Mit einer Höhe von rund 80 Metern war das Rad bereits größer als viele heutige. Weitere Anlagen in anderen Städten folgten, allerdings verloren sie ihren Reiz bei den Besuchern Anfang des 20. Jahrhunderts, und die Zahl der stationären Riesenrädern nahm ab.

1999 entstand das 154 m hohe London Eye anlässlich des Milleniums und läutete eine Renaissance ein und galt bis 2006 als das größte Riesenrad der Welt, bevor es diesen Titel an den Stern von Nanchang (160 m) abgeben musste. Bereits zwei Jahre später ging es noch höher hinaus: Der Singapore Flyer legte noch einmal fünf Meter drauf. 2014 waren die Amerikaner dran. The High Roller in Las Vegas kommt auf 168 m.

So imposant diese Größen auch sein mögen, im Vergleich zum Ain Dubai sind sie eher klein. Das neue Riesenrad wird auf der Luxusinsel Bluewaters Island gebaut und kommt auf beeindruckende 260 m. Die Fahrtdauer beträgt fast 50 Minuten, und die Kabinen sind ebenfalls eine Superlative: Parkettböden, Tische und Sofas vermitteln eher den Eindruck eines Wohnzimmers mit gigantischer Aussicht.

Transportable Riesenräder können von solchen Größenordnungen natürlich nur träumen. Aber auch sie kommen auf beachtliche Maße. Mit einer Größe von 74 m gilt das R80 XL derzeit als das größte transportable Riesenrad der Welt. Um auf deutschen Volksfesten den besten Ausblick zu genießen, braucht man das Steiger Riesenrad, welches auf rund 60 m Höhe kommt. Nur ein bisschen kleiner ist zum Beispiel das Sky Lounge Wheel von Bruch mit knappen 57 m. Auf immerhin 53 m kommen das Bellevue, Wheel of Vision und das Europarad.

Das kleiner auch nicht schlechter sein muss, beweisen Anlagen wie das Jupiter Riesenrad mit 43 m. Seit dem vergangenen Jahr reist das Riesenrad Lounge 360 Grad über die deutschen Volksfeste. Im Vergleich zu anderen wirkt es eher kompakt, denn es kommt lediglich auf 38 m Höhe. Dafür überzeugt es mit seiner Technik, die den Aufbau recht einfach gestaltet. Und vielleicht ist es für Menschen mit Höhenangst ein guter Einstieg in die Welt der Riesenräder. (HM)

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