Der Breakdance – ein zeitloser Klassiker

Auf Volksfesten gibt es Fahrgeschäfte, die einfach nicht fehlen dürfen. Eines davon ist der Breakdance. Seit mehr als dreißig Jahren begeistert dieser Geschäftstyp die Besucher. Bis heute haben sie nichts von ihrer Anziehungskraft eingebüßt, obwohl es anfangs ganz und gar nicht danach aussah…

Bereits 1980 fertigte Karl Böhme, Chefkonstrukteur von HUSS, die erste Skizze, ein Jahr später wurde die Konstruktion vorsorglich zum Patent angemeldet. Die eigentliche Erfolgsgeschichte beginnt allerdings erst im Jahr 1984. In dem Jahr versuchte HUSS, den Entwurf des Geschäftstyps unter dem Begriff „Projekt 17“ auf den Markt zu bringen. Allerdings stieß der Hersteller bei den angesprochenen Kunden eher auf Kritik als auf wirkliches Interesse. Erika Dreher und Hans-Jürgen Zarnitz gingen das scheinbare Risiko ein – und belehrten alle Kritiker bei der Premiere auf der Bremer Osterwiese 1985 eines Besseren. Die Besucher liebten das neue Fahrgeschäft mit seinen zahlreichen Fahrvariationen, andere Kollegen staunten über die langen Schlangen an der Kasse. Der Siegeszug des Breakdance begann und ist bis heute ungebrochen.

Der Begriff „Breakdance“ ist Zarnitz zu verdanken. Mitte der achtziger Jahre war diese Form des Tanzens äusserst populär. Die vorgesehenen Bewegungsabläufe von „Projekt 17“ erinnerten Zarnitz an den Tanzstil, und gemeinsam mit dem Chefkonstrukteur von Huss und dem TÜV München entstanden schließlich jene Bewegungsabläufe, wie wir sie heute kennen. Der erste Breakdance erhielt schließlich den Namen „Breakdancer“.

Schnell entwickelte sich der Breakdance zum Treffpunkt der Jugend, was bei genauerer Betrachtung nicht überrascht. Da wären zum einen die Sitzmöglichkeiten rund um die Platte. Die Sitzgitter bieten einen perfekten Blick auf die Gondeln, was natürlich auch der Selbstdarstellung der Fahrgäste entgegenkommt. Als Zuschauer lässt es sich wunderbar sitzen und beobachten – und man wird eben auch gesehen. Und manchmal amüsiert man sich auch über die Gesichter derer, denen die ruckartigen Drehungen weniger gut bekommen. Auch gibt es hier ein klein wenig mehr „Freiheit“. Es gibt keine Absperrung, welche die Fahrgäste daran hindert, einzusteigen. Wenn die Platte zum Stehen kommt, spurtet man los, sichert sich eine Gondel und steigt ein. Dazu kommt die Musik: aktuell, laut, aber trotz allem nicht laut genug, um den für dieses Karussell typischen Sound zu überdecken, wenn die Drehscheibe auf Touren kommt.

Der erste Breakdance hatte vier Gondelkreuze mit jeweils vier Gondeln. 1987 kam die größere Variante auf die Kirmesplätze. Mit sechs Gondelkreuzen konnte er pro Fahrt statt 32 ganze 48 Fahrgäste auf einen Schlag herumwirbeln.

In Deutschland sind bis heute mehr als vierzig Breakdance auf den Kirmesplätzen vertreten, dazu kommen noch jene, die dauerhaft in Freizeitparks stehen. Jeder gestaltet nach dem Geschmack des Besitzers, mit extravaganten Gondeln, mit einem Dach über den Gondelkreuzen, in sämtlichen Farben. Jeder kennt sie, nicht jeder verkraftet eine Fahrt, auch wenn es manche immer wieder versuchen. Und wer damals als Jugendlicher den Breakdance noch als Neuheit kennengelernt hat, kann heute sogar mit seinen Enkeln eine Fahrt erleben, denn dieses Karussell hat noch kein bisschen von seiner Anziehungskraft verloren. (HM)

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